Haarige Tatsachen

Sie wollen wissen, wie wir Frisöre den Genen ein Schnippchen schlagen?

Ein Haar wächst am Tag etwas mehr als 0,3 mm. Im Monat demnach etwa 1 cm. Würden Sie sich die Haare etwa 12 Jahre lang wachsen lassen, dann würden Sie sich – falls Sie etwa 1,75m groß sind – permanent auf die Haare steigen. Doch leider bzw. glücklicherweise brechen Haare ab oder fallen nach etwa 6 bis 8 Jahren aus. Je nachdem, ob Sie blond, dunkel- oder rothaarig sind, können Sie sich dann Ihre etwa 150.000, 100.000 oder 75.000 Haare vor Wut raufen. So viele hat nämlich jeder von uns auf seinem Haupt. Und das obwohl Sie am Tag etwa 50 bis 100 Haare verlieren, jedoch glücklicherweise jedes einzelne wieder durch ein frisches ersetzt wird. Das Haar wächst, weil sich stetig Zellen in der Haarwurzel teilen. Und es kommt auch wieder so nach, wie es vorher war – blond, schwarz, braun, rot … usw., bzw. glatt, gewellt, gelockt.

„Schuld“ an Ihrer Haarfarbe sind Melanine im Innern der Haare, die durch Umwandlung körpereigener Aminosäuren in den Haarwurzeln entstehen. Von diesen Melaninen gibt es zwei Typen und je nach deren Mischungsverhältnis haben Sie rotes, braunes, schwarzes oder blondes Haar. „Schuld“ an glatten, gewellten oder gelockten Haaren hat in erster Linie die Form des Haarquerschnitts: rund, oval oder stark elliptisch. Farbe und Ausbildung, jedoch auch Wachstumsrate, Dicke, Anzahl und wann die ersten grauen Haare kommen, ist genetisch bedingt. Da nützt es ebenso nichts, sich nun die Haare zu raufen. Immerhin können Sie jedoch ein Haar etwa um 50% seiner Länge ziehen bevor es reißt. Ein Inder – weil sein Haar mit mehr als 0,1mm Querschnitt zu den dicksten gehört – kann sich die Haare natürlich länger ziehen wie jemand mit extrem dünnen Haaren (d.h. etwa 0,04mm).

Doch der Frisör kann den Genen ein Schnippchen schlagen und bei sehr vielem helfen; letztlich, die Haarpracht zu „bändigen“. Für alle relevanten „Eingriffe“ ist die so genannte Rinde (= Faserschicht) eines Haares relevant. Sie macht etwa 80% eines Haares aus und besteht überwiegend aus Eiweißen (Keratin). Im Innersten ist das Mark, dann die Rinde und außen – wie ein farbloser Überzug – die Schuppenschicht. Das ganze Haar kann man sich vorstellen wie einen Tannenzapfen. Ihr Haar glänzt und reflektiert das Licht immer dann brillant, wenn diese Schuppen glatt anliegen. Stehen diese ab, wirkt das Haar wenig leuchtend und matt. Wenn der Frisör Ihr Haar färbt oder blondiert, dann stellt er zunächst die Schuppen mit entsprechenden Mitteln auf. Dann kann die kosmetische Farbe an die Rinde – genauer gesagt an die Aminosäuren in der Rinde. Beim Färben koppelt die kosmetische Farbe an bestimmte Aminosäuren an; beim Blondieren oxidiert sie bestimmte Aminosäuren. Zuletzt schließt der Frisör mit entsprechenden Mitteln wieder die Schuppen. Und Sie haben „neue“ blitzende Haare und (hoffentlich) ein Lächeln im Gesicht.

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